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Clickertraining mit Pferden
Clickertraining – Was ist das?
Clickertraining ist
eine Trainingsmethode. Es wurde zuerst bei Meeressäugern angewendet und
ist inzwischen in vielen Hundevereinen eingezogen. Es funktioniert nach
dem Prinzip der operanten Konditionierung und der positiven Verstärkung.
Auch bei vielen anderen Tierarten (Katzen, Vögel und sogar niederen
Tieren wie Amphibien oder Vogelspinnen) erzielt man damit erstaunliche
Erfolge. Auch in der Pferdeausbildung ist es immer häufiger zu finden.
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Clickertraining – Was soll der Clicker?
Das
markanteste Kennzeichen des Clickertrainings ist der Clicker, ein Gerät,
das einen „Click“, d. h. ein Geräusch wie das Knacken des
Kinderspielzeugs „Knackfrosch“ erzeugt. Dieser „Click“ ist für das Pferd
ein Signal dafür, dass das Verhalten, das es gerade zeigt, gewünscht ist
und dass es dafür auch gleich eine Belohnung bekommt. Dass gerade sich
gerade dieses Geräusch bewährt hat, liegt daran, dass es in der normalen
Umgebung eines Pferdes nicht vorkommt, sehr kurz und prägnant ist. Der
Click ist ein zwischengeschalteter Marker, der die Zeit zur – in der
Regel – Fütterung einer Belohnung überbrückt, eine sogenannte Bridge.
Der Click ist ein Vertrag mit dem Pferd: „Das, was du gerade machst, ist
richtig und gleich bekommst du was dafür.“ |
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Clickertraining – Warum das Geclickere? Geht es nicht
auch ohne?
Wenn man ein Pferd ausbildet, muss man ihm auf irgendeine Weise
klarmachen, was gewünschtes und unerwünschtes Verhalten ist. Der Vorteil
bei der Methode mit dem Click ist, dass man dem Pferd den exakten
Zeitpunkt vermitteln kann, an dem das gezeigte Verhalten in die
gewünschte Richtung geht. Man kann natürlich auch „einfach so“ mit
Leckerlis loben, aber oft ist es schwierig, zum exakten Zeitpunkt zu
füttern und das Pferd kann den Zusammenhang zwischen gewünschtem
Verhalten und Futter nicht so eindeutig nachvollziehen. Zum Beispiel
beim Üben des Kegelaufstellens: Sobald sich die Spitze des Kegels beim
Anstupsen des Kegels nur einen Millimeter anhebt, wird geclickt (und
natürlich danach gefüttert). Bis das Pferd ohne den Marker „Click“ für
das erwünschte Verhalten gefüttert würde, würde es wahrscheinlich schon
in der Gegend herumschauen, oder mit dem Huf gegen den Kegel schlagen.
Es würde sich natürlich über sein Leckerli freuen, aber keinen Bezug zu
dem zuvor gezeigten Verhalten ziehen können oder es mit einem anderen
Verhalten in Verbindung bringen.
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Clickertraining – Click: Ist das alles?
Zum
Clickertraining gehört nicht nur der Clicker und viel Belohnungsfutter,
sondern auch ein schrittweises, gut durchdachtes Trainingskonzept und
ein konsequenter Trainer. Jedes Verhalten wird zerlegt in kleine
Einzelschritte, die das Pferd nach und nach lernt und versteht. Die
Bestätigung für kleinste Ansätze des erwünschten Verhaltens, also der
Click, muss möglichst zeitnah, am besten zeitgleich erfolgen: Das
richtige Zeitpunkt, das Timing, ist sehr wichtig.
Um den richtigen Zeitpunkt für den Click zu erwischen, kann man sich
vorstellen, dass man mit dem Click ein imaginäres Foto von dem
gewünschten Verhalten schießt. Die wichtigste Arbeitsmethode des
Clickertrainers ist, sich das gewünschte Endverhalten in möglichst viele
kleine Schritte zu zerteilen. Das Verhalten wird langsam, Schritt für
Schritt von dem Pferd erlernt, so wie man etwa als Mensch ein Gedicht
auswendig lernt. Jeder Schritt wird solange geübt und geclickt, bis das
Verhalten bis zu dieser Stufe sitzt.
In der positiven Lernsituation des Clickertrainings mit positiver
Verstärkung (Futterlob) lernen Pferde schnell und sicher. Nicht
erwünschte Verhaltensweisen (z. B. mit dem Huf gegen den Kegel schlagen,
wenn Kegel mit der Nase anstupsen gewünscht ist) werden ignoriert. Das
Pferd muss keine Strafen fürchten und wird kreativ, bietet neue
Verhaltensweisen an.
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Clickertraining – Für alle?
Jedes Pferd eignet sich
für Clickertraining, aber nicht jeder Mensch. Denn Clickertraining ist
nicht für Leute geeignet, die keine Zeit oder Lust haben, selbst an der
Ausbildung ihres Pferdes zu arbeiten, sondern nur ein „Fertigprodukt“
nutzen wollen. Denn auch eine Pferdeausbildung durch Clickertraining
braucht Zeit, Konsequenz, einiges an Überlegung und Kreativität des
Trainers, aber: Es macht einfach Spaß: Menschen und Pferden! |
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Clickertraining – Ganz nett für Tricks und Kunststücke,
aber sonst?
Da man mit Clickertraining dem Pferd beibringen kann, sich einen
Hula-Hoop-Reifen über den Hals zu werfen, was ganz bestimmt nicht im
natürlichen Verhaltensrepertoire eines Pferdes enthalten ist, ist es
genauso möglich seinem Pferd mit Clickertraining ganz „normale“ Dinge
beizubringen. Mit Clickertraining kann man die Grunderziehung seines
Pferdes (Führübungen, Hufe geben, sich aufhalftern lassen) weitestgehend
stressfrei gestalten. Man kann sein Pferd an unbekannte Dinge gewöhnen,
Hufschmied- und Tierarzt-Training machen, an Problemen im Umgang
arbeiten, Entspannung auf Kommando trainineren und natürlich die
Ausbildung unter dem Sattel für Pferd und Reiter klarer machen. |
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Clickertraining – Muss / Kann ich es mir selbst
beibringen?
Im Internet gibt es eine tolle Liste, auf der man alle
Fragen, Erfolge und Ängste ausbreiten kann:
http://de.groups.yahoo.com/group/clickerreiter
.
Außerdem kann man eine
Deutschland bzw. Weltkarte einsehen, in der die aktiven Clickerreiter
verzeichnet sind. Hilfsbereitschaft und positive Stimmung sind die
Kennzeichen der Liste und auch der einzelnen Clickerreiter.
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Clickertraining – Aber dann bettelt mein Pferd!
Erzieht Clickertraining Pferde zum Betteln? Wen man es falsch macht,
schon. Doch wer Pferd den direkten Griff in die Leckerlitasche erlaubt,
ist selbst schuld. Gut gearbeitet Clickerpferde sind üblicherweise sehr
wohlerzogen, denn sie kennen die Spielregeln und wissen, dass Betteln
nichts bringt. |
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Clickertraining – So geht's los!
Bevor
man so „richtig“ loslegen kann, muss das Pferd zuerst lernen, was der „Click“
bedeutet. Es wird durch die sogenannte operante Konditionierung au den
Clicker konditioniert. Operant bedeutet, dass das Pferd dabei eine
kleine Aufgabe erfüllen muss, mit deren Hilfe es lernt: Ich muss was
tun, dann clickt es und dann bekomme ich ein Leckerli. Es hat sich
bewährt, für die Konditionierung einen Gegenstand wie z. B. eine Frisbee
oder Plastikflasche zu nehmen, ihn in die Nähe der Pferdenase zu halten
und bereit zu sein, sofort zu clicken und zu füttern, wenn das Pferd ihn
mit der Nase berührt. Dass passiert in der Regel sehr schnell, denn
Pferde sind neugierig. Wenn das Pferd sich nur noch auf Leckerlihand
oder -tasche konzentriert, kann man die
Konditionierung auch an einem ort machen, wo sich das Pferd hinter einer
Absperrung wie einer Boxentür oder einem Holzzaun befindet. Dann tritt
man einfach außer Reichweite, hält wieder seinen Gegenstand hin und
wartet, bis das Pferd ihn berührt. Wenn das Pferd verstanden hat, dass
es durch die Berührung der Frisbee mit der Nase einen Click und somit
den Erhalt eines Leckerlis auslösen kann, wird die Schwierigkeit der
Aufgabe erhöht. Die Frisbee wird nicht mehr direkt vor die Nase des
Pferdes gehalten, sondern etwas nach rechts, links, oben, unten oder
auch ein Stück weiter weg, so dass das Pferd einen oder sogar mehrere
Schritte machen muss, um die Frisbee zu erreichen. Wenn das Pferd die
Frisbee immer noch zielstrebig berührt, hat es verstanden, dass es
selbst aktiv werden muss, um einen Click auszulösen.
Nachdem
das Pferd erfolgreich auf den Click konditioniert ist, sollte man nicht
gleich schon anfangen, an Problemen zu arbeiten. Das Pferd soll
Clickertraining zunächst mal nur mit etwas Angenehmen verbinden, und der
frisch gebackene Clickertrainer muss seine neue Trainingsmethode
inklusiv Timing, Aufbau einer Aufgabe aus vielen kleine Schritten usw.
auch erst mal üben. Dazu empfehlen sich kleine Tricks wie z. B. Ball
spielen, Kegel aufstellen, Apportieren oder Beine kreuzen. |
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Literatur zu Clickertraining
Alexandra Kurland:
Pferdetraining mit dem Clicker : Handbuch des Clickertrainings
Cadmos Verlag
Karen Pryor:
Positiv bestärken - sanft erziehen : Die verblüffende Methode, nicht nur
für Hunde
Kosmos Verlag
Sabine Winkler:
So lernt mein Hund : Der Schlüssel für die erfolgreiche Erziehung und
Ausbildung
Kosmos Verlag
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Links
Mailingliste:
http://de.groups.yahoo.com/group/clickerreiter
http://www.clickerreiter.de
Forum:
http://www.clickerforum.info
Websites:
http://www.clickerpferde.at
http://www.motionclick.de
http://www.viehhaus.de
weitere Links
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